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Win a Free Trip to Israel…

03.07.2008 22:54 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - Kommentieren

eine Aktion für alle Freunde Israels zum 60.Geburtstag der einzigen Demokratie des Nahen Ostens - mit der Sie soziale Projekte dort unterstützen können.

Ich setze eine signierte Ausgabe der neuen Essay-Sammlung Frohe Botschaften von Michael Miersch und Dirk Maxeiner drauf:

Einfach in der Grusspostkarte als einen der Empfänger happybirthdayisrael [ad] antibuerokratieteam.de eintragen.

Wir werden die (gutgemeinten) Glückwunschkarten hier verlinken und das Buch unter allen Einsendern verlosen.

Hugo zeigt Sportsgeist

Durch eine gelungene Militäraktion wurde gestern die kolumbianisch-französische Politikerin Íngrid Betancourt nach sechsjähriger Dschungelhaft aus der Gewalt des marxistischen Flügels der kolumbianischen Drogenhändlersyndikate (”FARC”) befreit. Der venezolanische Caudillo Hugo Chávez gratulierte seinem kolumbianischen Amtskollegen Álvaro Uribe umgehend telefonisch zur Befreiung ist in der TAZ zu lesen.

Respekt. Das ist echter Sportsgeist, den Hugo da zeigt, hatten doch z.B. seine französischen Genossen von Indymedia Paris noch vor kurzem ihrer Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die liberale Hure als Dünger im Dschungel enden möge (”cette fois c’est certain la putain liberale Betancourt va finir comme engrais dans la jungle”)

Schon im März musste er einen empfindlichen Schlag an der Destabilisierungsflanke einstecken, als nach der ebenfalls erfolgreichen Aktion kolumbianischer Truppen gegen den FARC-Kader Raúl Reyes Dokumente auf beschlagnahmten Computern gefunden wurden, die eine langjährige enge Zusammenarbeit zwischen der Linksregierungen in Venezuela und Ecuador und der FARC belegen. So sollte, offensichtlich zusammen mit den weissrussischen Freunden, ein 250 Mio.US$ Waffendeal für die Terrororganisation eingefädelt werden.

Als Libero des Team Terror Latinoamericano wirkt Chávez seit der Niederlage bei der Volksabstimmung über sein sozialistisches Ermächtigungsgesetz im Dezember letzten Jahres zunehmend angeschlagen.

Zeit ihn vom Platz zu nehmen, ¿no?

Kirchliche Ehe only?

13:39 - dagny's tags by dagny t. - 40 Kommentare

n-tv.de berichtet ueber eine anscheinend unbemerkte Konsequenz aus der Aenderung des Personenstandrechts. Eine rein kirchliche Eheschliessung sei demnach ab 2009 moeglich.

Die Trennung von Kirche und Staat ist eine urliberale Forderung und mit der Ermoeglichung der kirchlichen Ehe ohne zivile Hochzeit wird diese Trennung deutlich. Auf der einen Seite die religioese Entscheidung miteinander leben zu wollen und auf der anderen Seite die steuerliche und rechtliche Stellung zweier Menschen zueinander.

Ich warte zwar noch auf den Aufschrei von Bild, Kirche und anderen Verteidigern des staatlichen Hochzeitsmonopols, finde aber dieses Mehr an Freiheit begruessenswert. Eine Flat Tax pro Kopf und ein Minimalstaat ist zwar immer noch in weiter Ferne, aber eine kleine Insel Freiheit gewonnen.

Oder hab ich den Pferdefuss uebersehen?

Adam Smith in Edinburgh

02.07.2008 11:04 - dagny's tags by dagny t. - 19 Kommentare

Am kommenden Freitag wird in Edinburgh, auf der Royal Mile, in unmittelbarer Nachbarschaft von St. Giles’ Cathedral und der City Chamber eine Statue von Adam Smith aufgestellt werden. (If any reader is around in Edinburgh, just drop me a line. I will be there.)

Adam Smith, der Autor von Wealth of the Nations wird in unmittelbarer Blickweite von David Hume ueber dem alten Markt von Edinburgh stehen und in Richtung des alten Handelshafen von Leith blicken. Obwohl Smith, in Kirkcaldy, gegenueber Edinburgh auf der anderen Seite des Forth, geboren wurde und in Edinburgh begraben liegt, ist die Statue die weltweit erste, die zu Ehren des Oekonomen aufgestellt wird. Fuer die Kosten kommt selbstredend die Unsichtbare Hand und nicht der Taxpayer auf.

Wie ist das eigentlich in Deutschland? Wem wird dort oeffentlich gedacht? Wo stehen die Statuen zu Ehren von v. Hayek oder Ludwig Erhard? Ich fuerchte, ich kenne die Antwort, fuehrt doch selbst die Liberale Stiftung fuer die Freiheit Kalle Marx im Briefkopf.

Bush-Bashing als Droge

01.07.2008 13:26 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 91 Kommentare

Das Klischee vom dummen, fanatischen Bush ist den Deutschen lieb und teuer geworden, weil es ex negativo eine trügerische Identität stiftete. Jeder mittelmäßige Kabarettist kann sich johlenden Beifalls sicher sein, wenn er darüber eine Zote reißt, und fühlt sich für einen Moment als Teil der weit überlegenen Kultur eines durch und durch aufgeklärten „alten Europas“. Vergessen sind dann für den Augenblick der Pisa-Schock, der Zustand der eigenen Eliten und die mangelnde Fähigkeit großer Teile der deutschen Gesellschaft, Zwänge und Chancen der Globalisierung zu begreifen.

Das Bush-Bashing wirkte wie eine Droge, die es erleichterte, sich in eigenem Realitätsverlust und Provinzialismus einzurichten. Mit dem neuen US-Präsidenten, wer es auch sein mag, werden es die Deutschen damit so leicht nicht haben. Sie werden ihr liebstes Feindbild deshalb noch arg vermissen.

Schönes Zitat* aus einem lesenswerten Text von Richard Herzinger in der WELT: Mit Bush verlieren die Deutschen ihr Feindbild. In der Tat, das wird bestimmt spannend mitanzusehen, wenn linke und liberale Obama-Cheergirls ab November sukzessive bemerken werden, dass Barack “auch bloss ein Ami” ist :-)

(*erst jetzt entdeckt via the story so far…, dem immer wieder interessanten Reisetagebuch eines Bambergers in Vietnam)

Ich bin dann mal weg

30.06.2008 15:31 - Statler & Waldorf by Statler - 70 Kommentare

…bis auf weiteres jedenfalls. Wieso? Ich will ehrlich sein: Ich denke, daß die politische Blogosphäre nicht mehr besonders interessant ist, und natürlich muß ich, als Teil der politischen Blogosphäre, mir das auch anrechnen lassen.

Mein Überdruß hat eigentlich keine aktuelle Ursache, sondern ist allgemeiner Natur. Mehr oder weniger regelmäßig habe ich in den letzten vier Jahren versucht, hier im Internet politische und ökonomische Dinge zur Diskussion zu stellen. Mal mehr, mal weniger polemisch, mal in pädagogischer Absicht und manchmal auch, um einfach nur eine halbfertige Meinung, über die ich mir selbst nicht ganz sicher war, einem Härtetest auszusetzen.

Eine ganze Weile lang war das sehr interessant, wenn auch manchmal anstrengend. Aber ehrlich gesagt: Politische Themen ändern sich nicht wirklich, und so wiederholt sich vieles. Äußerungen in der Kommentarabteilung sind oft eher vorhersehbar als interessant, und aus der Perspektive des Lesers gilt das vielleicht auch für die Beiträge oberhalb der Kommentarabteilung. Dazu kommt, daß sich einige Positionen in letzter Zeit deutlich verhärtet haben. Manch einer, gerade unter unseren fundamentalistisch-libertären Lesern, möchte nicht diskutieren, sondern er möchte nur nochmal lesen, was er ohnehin schon ganz sicher zu wissen glaubt.

Frauen. Fussball. Grundversorgung.

29.06.2008 13:18 - dagny's tags by dagny t. - 11 Kommentare

Lesetipp in der FAZ zum Finale. Zur EM. Zur Grundversorgung. Und zum Thema Sex. Die Nationalhymne kommt auch vor.

Umwelt (I)

28.06.2008 19:33 - dagny's tags by dagny t. - 25 Kommentare

Quando.net berichtet über neue Erkenntnisse zur Funktionsweise des Klimas. Anscheinend wurde ein neuer Regelungsmechanismus im tropischen Atlantik gefunden, wie New Scientist berichtet. In der Nähe der Kapverden bindet der Ozean anscheinend schädliches Zeugs wie Methan und andere Gase in weit grösserem Umfang als angenommen.

Ob die Klimamodelle das alles auch berücksichtigen? Und ob es den Treibhauseffekt überhaupt gibt, ist auch nicht klar.

Im Zweifelsfall bleiben Zweifel. Stört die Politik aber nicht.

Fussballfest der Superlative

Noch kurz vor Torschluss etwas zur EURO’08: eine Karrikatur im Tagesanzeiger. Sagt der Schweizer Euro-Delegierte an der Schlusspressekonferenz:

Die EURO’08 wird mit Sicherheit in Erinnerung bleiben als ein Fussballfest der Superlative….

….in Berlin…

fällt ihm da sein österreichischer Kollege ins Wort.

So sei es. Endstand 3 : 2! Wer was machen wird, darf jeder selbst einsetzen. Wir üben uns hier mal in der direkten Demokratie.

Der asoziale Sozialstaat

26.06.2008 12:36 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 42 Kommentare

Der Staat gibt in Deutschland jedes Jahr 700 Milliarden Euro für Soziales aus, dennoch wächst die Kinderarmut, die Bildungsarmut und auch die Altersarmut in naher Zukunft wieder- die ZEIT nennt dies den asozialen Sozialstaat! Anbei einige Passagen aus diesem lesenswerten Artikel.

Das Füllhorn der Umverteilung schwächt die Wirtschaftskraft ohne die eigentlichen Nöte zu beseitigen: Das Bafög soll steigen und das Kindergeld. Wohngeld, Rente und Arbeitslosengeld werden erhöht. Die SPD will die Frühverrentung weiter fördern, die CSU den Pendlern helfen, Nordrhein-Westfalens CDU einen Rentenzuschlag für Geringverdiener einführen und Umweltminister Sigmar Gabriel Sozialtarife für Strom und Gas. Selbst für Häuslebauer wurde gerade die Eigenheimzulage unter dem Namen Wohnungs-Riester wieder eingeführt: Bis zu 16.000 Euro bekommt eine Familie vom Staat, wenn sie Wohneigentum erwirbt.

Wer gegen die Armut vorgehen will, muss Geld in Bildung stecken – Deutschland führt zwar im internationalen Vergleich bei seinen Sozialausgaben, rangiert bei den Bildungsausgaben aber im hinteren Drittel der Industrieländer… Inzwischen ist die Zahl der Menschen, die von staatlichen Leistungen leben, ebenso groß wie die Zahl der Arbeitnehmer, die Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Und Millionen Arme bleiben Opfer des Sozialstaates, wie die Zeit zu Recht resümiert.

Weiss-Blaue Unabhängigkeit?

01:35 - dagny's tags by dagny t. - 7 Kommentare

Tauschen wir für einen Moment das Weissbier, die Lederhosn unds Fingerhakln gegen Whisky, Kilt und Highland Games und wenden uns der Politik meines aktuellen Gastlandes zu. Passenderweise auch hier Weiss und Blau die Farben der Winkelemente.

Parallel zum Niedergang Labours in London Wer geht zuerst? Brown oder Mugabe? regiert seit etwas über einem Jahr die SNP, die Scottish Nationalist Party das best small country in the world.

Der First Minister dieser Regierung, Alex Salmond, hat sich letzte Woche über den Stone of Destiny, den Krönungsstein der schottischen Könige geäussert und Zweifel an dessen Echtheit angedeutet.

Der Krönungsstein befindet sich derzeit wieder in Edinburgh, nachdem er 1296 als Kriegsbeute nach London verbracht wurde und sich dort Jahrhunderte lang in de Westminster Abbey unter einem Stuhl befand. 1996 brachte Tony Blair den Stein persönlich über die Grenze zurück. Zur Krönung weiterer Monarchen des vereinigen Königreiches wird der Stein wieder unter den Krönungsstuhl gelegt, der neue Monarch somit nicht nur englischer, sondern zugleich auch schottischer König.

Lesestoff

24.06.2008 12:54 - Statler & Waldorf by Statler - 50 Kommentare

In Ermangelung eigener Blogproduktivität einige aktuelle Lesehinweise:

  • Kann man von drei Euro am Tag leben? Eine lange Antwort gibt Don Alphonso, und auch auf die Gefahr hin, daß man ihm jetzt vorwirft, Beifall von der falschen Seite zu bekommen, würde ich sagen, daß diese ziemlich differenzierten Überlegungen sehr bedenkenswert sind. Übrigens in beide Richtungen — sowohl hinsichtlich der Frage, ob man von drei Euro am Tag leben kann, als auch das Problem betreffend, ob Hartz IV so bleiben kann, wie es ist.
  • Rationale Ignoranz, und was sie für das Verständnis demokratischer Entscheidungen bedeutet — exzellent diskutiert bei den BLOGgies.
  • Was mit dem Vertrag von Lissabon wirklich nicht stimmt, schreiben Alesina und Wacziarg. Dazu auch lesenswert: Harald Uhlig.
  • Warum Spekulanten nicht für hohe Ölpreise verantwortlich sind: weitere Links bei Greg Mankiw.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Intelligenz und Statistik

22.06.2008 16:09 - dagny's tags by dagny t. - 78 Kommentare

Arne Hoffmann berichtet in der Online-Ausgabe von eigentümlich frei über eine Untersuchung, wonach Männer intelligenter als Frauen seien. Statistisch gesehen.

Nehmen wir diesen Artikel als Aufhänger für den ersten Beitrag einer losen Folge über die unbestechliche Welt der Mathematik und Statistik.

Für die Intelligenz wird eine Gauss-Normalverteilung angenommen. Diese Glockenkurve, von den alten 10-DM Geldscheinen her bekannt, wird durch genau 2 Grössen hinreichend beschrieben: Die Position des Maximums und die Breite der Kurve.

Die Fläche unter der Kurve ist auf 1 normiert: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand irgendeine Intelligenz hat, muss eben 1 sein. Die Gausskurve gibt dann an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person eine Intelligenz von z.B. 105 oder 95 hat. Die ‘Intelligenz’ ist hierbei die Abweichung vom Mittelwert und 105 bedeutet, 5% besser als der Mittelwert zu sein.

40% der Arbeitnehmer in 400 Euro Mini-Jobs!

18.06.2008 12:17 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 65 Kommentare

Richtig. Erschreckend oder? Aber so viele sind es laut der SOEP-Studie tatsächlich.

Die Antwort auf Frage Nr. 8 im Quiz “Arbeit und Einkommen” auf statista.org, dem neuen Statistik-Portal von SPON (Assoziationswolke: Working Poor, Neoliberalismus, Hungerlöhne, Managergehälter, schlimm, schlimm, immer schlimmer… ).

Einen Link tiefer dann eine aufschlussreiche Ergänzung zur statistischen Aussage: sie bezieht sich lediglich auf Erwerbstätige mit weniger als 30 Stunden Wochenarbeitszeit - insgesamt etwa 21% der Arbeitnehmer. Jede Verkaufsaushilfe mit 10 Wochenstunden und der Rentner, der bei uns die Papierkörbe aus den Büros einsammelt inbegriffen. Korrekte Folgerung aus der Statistik wäre also gewesen: 8,4% der Erwerbstätigen arbeiten in sogenannten Mini-Jobs.

Hätte der Quiz-Autor nur den Beitrag Lügen mit Statistiken auf dem selben Portal gelesen (oder vielleicht hat er ja eben dies getan…)

“Kohlenstoffgerechtigkeit”

17.06.2008 23:15 - Libertäre Flanken by Bodo Wünsch - 6 Kommentare

… dies Wort soeben gehört in der Sendung “SOS Erde - wer rettet die Welt”.

Ich frage mich, weshalb die Hohepriester der AKW-Religion (anthropogener Klimawandel) für ihren durch nichts erwiesenen, aber mit umso selbstverständlicher erscheinenden ‘Überzeugung’ dargebrachten Unsinn soviel Raum im Staatssender erhalten.

Nun also “Kohlenstoffgerechtigkeit”: Arme - und Schwellenländer dürften (sic!) mehr CO2 pro Kopf in die Luft blasen, wir “im Westen” entsprechend weniger (wer’s richten soll, ist klar: “die” Politik”…)

Selten so gelacht ob dieser Logik…

Schuluniform und Markenterror

15:28 - dagny's tags by dagny t. - 95 Kommentare

Den heutigen Artikel in der FAZ moechte ich zum Anlass nehmen um ein wenig ueber das Thema ‘Schuluniform’ nachzudenken.

Einheits-Look statt Markenklamotten: Die Offenbacher Ernst-Reuter-Schule führt zum neuen Schuljahr einheitliche T-Shirts, Polohemden und Kapuzenjacken ein. Jeder Schüler könne frei entscheiden, ob er sie trage, sagte die stellvertretende Schulleiterin Christa Ludwig-Männche am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Viele Schüler litten „unter Markenterror“, begründete sie die Entscheidung der Schule.

Von der einheitlichen Kleidung erhoffe sie sich „eine Identifizierung mit der Schule und der Lerngruppe“ sowie ein besseres Schulklima. Die Initiative sei von den Eltern ausgegangen.

Es werden zwei Aspekte angesprochen, die in der immer wiederkehrenden Debatte um Schuluniformen auftauchen. Zum einen der Markenterror, den Markenklamotten der Mitschueler gegenueber mithalten zu muessen und zum anderen die Identifizierung mit der Schule, sprich der Corpsgeist.

Schafft die Gebühren ab!

16.06.2008 17:02 - dagny's tags by dagny t. - 22 Kommentare

Als kleines Schmankerl um die Zeit bis zum Anstoss heute abend zu vertreiben: In der
FAZ wird erklaert
, warum die GEZ-Gebuehren weg muessen.

Ein Auszug:

Wer mit einer Ware unzufrieden ist, verweigert den Kauf, wer glaubt, dass seine Steuern verschwendet werden, wählt eine andere Partei, wer an der Kirche verzweifelt, tritt eben aus. All diese Wege sind uns Radio- und Fernsehkunden versperrt - die einzige Möglichkeit, aus ARD und ZDF auszutreten, bestünde darin, alle Fernseh- und Radiogeräte aus dem Haushalt zu entfernen: Unkündbar, unabwählbar, das ist der Status der Leute, die angeblich die Demokratie garantieren und Wettbewerbsbedingungen für sich selber fordern.

Legal, Illegal, Scheissegal - Denunziation muss sich wieder lohnen!

15.06.2008 22:01 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 21 Kommentare

Vor einiger Zeit habe ich im Beitrag Stasi 2.1 auf das Internetformular einer Anti-Raucher-Initiative hingewiesen, die zur Online-Meldung von Verstössen gegen das Nichtrauchergesetz aufruft. Ein Nachteil der Aktion bleibt freilich (aus Sicht des Amateur-Spitzels), dass ausser dem befriedigenden Gefühl, eine deutsche Tradition fortzuführen, bzw. dem Nachbarn eins ausgewischt zu haben “nichts dabei hängenbleibt”.

Das wird sich nun dank einer Geschäftsidee aus Hagen ändern: steuerverrat - Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) macht Denunziationsdrang zu Bargeld. Powered by Finanzamt.

Sie meinen, diese Zusammenarbeit von Behörden mit privaten “Ermittlern” sei zwar unappetitlich, aber nicht sittenwidrig? Was aber, wenn den Denunzianten in spe suggeriert wird, dass es völlig in Ordnung sei, Beweise u.U. illegal zu besorgen?

Brain Drain — selbst gemacht

14.06.2008 18:38 - Statler & Waldorf by Statler - 32 Kommentare

DIE ZEIT 25/2008:

Vom Asylbewerberschiff auf eine Elitehochschule, »from child refugee to research wunderkind«, wie Wellesleys Campuszeitung jubelt – das ist eine sehr amerikanische Geschichte. Sie erzählt vom eisernen Willen eines Einwanderermädchens, es ganz nach oben zu schaffen – und erklärt, warum kluge Köpfe nirgendwo besser gefördert werden als in den USA. Zugleich ist es auch eine sehr deutsche Geschichte. Denn allzu gern hätte Sanja ihre Schule in Deutschland beendet und hier studiert. »Wir wollten unbedingt in Hamburg bleiben«, sagt sie. Doch Deutschland schien an dem Ausnahmetalent nicht sonderlich interessiert.

Eine schöne Reportage, die mehrere Probleme gleichzeitig illustriert. Nicht nur die Härte des deutschen Einwanderungsrechtes gegenüber den unmittelbar Betroffenen. Sondern auch die Art und Weise, wie sich Deutschland selbst immer wieder schadet, indem es diejenigen wegschickt, die es so dringend bräuchte. Und schließlich erfährt man auch einiges darüber, wie ein hoch ausdifferenziertes, vielfältiges Bildungssystem
soziale Mobilität fördert — oder vielleicht sogar erst möglich macht.

Wer ist schon Dieter?

11:30 - dagny's tags by dagny t. - 9 Kommentare

In Ermangelung eines Erfinders wie John Galt, der den Motor der Welt verstummen hat lassen, ist die Frage nach der Bedeutung eines Dieter Bohlen etwas weit hergeholt.

Und dennoch ganz aktuell: Der Tagesspiegel greift Gerüchte über ein Treffen von Showstars auf. Auf diesem Treffen wurde der Umgang mit einem Kanzler Lafontaine diskutiert.

Die Lösung Dieter Bohlens besteht offenbar in einer Abstimmung mit den Füssen (An dieser Stelle: Danke an Irland!) - Bohlens Galt’s Gulch steht in Spanien, vielleicht auf Mallorca.

Typisch Deutsch das Fazit im Tagesspiegel: Wem der erfolgreiche Unternehmer Bohlen mit seinen attraktiven Frauen schon immer auf den Sack ging, wer Schadenfreude ansgesichts des Einbruchs in Bohlens Villa verspührte, der macht sein Kreuz bei der Ex-KPD, Ex-SED, Ex-PDS.